Ja, gleich, sofort.
Natürlich innovativ.
Im Team, bitte.
Selbstverständlich.
Ich will ein Gewehr.
Zerschießen mit Druck-
die kalte Sinnlosigkeit
im Wachstumsmantel.
Ja, gleich, sofort.
Natürlich innovativ.
Im Team, bitte.
Selbstverständlich.
Ich will ein Gewehr.
Zerschießen mit Druck-
die kalte Sinnlosigkeit
im Wachstumsmantel.
regentropfen gleiten die scheibe
entlang
träume entschwinden
fenstertod
recht in reih und glied
hassgefickt
sonnenblausee
grünwiesenwalderde
knall gegen die wand
aufpralltod
lebensfassadenzerstörungswut
splitterglas
tod den tränen
fratzengrinsen
Und was, wenn morgen die Zimmerdecke herunterkracht?
Habe ich dann genug gelacht, gehofft und geliebt – und vor allem: habe ich genug Eis gegessen?
Habe ich ausreichend Sandburgen gebaut, bin ich manchmal faul gewesen , habe ich genug Menschen angelächelt?
Habe ich mich genug an Blumen erfreut, bin ich schon in einen Fluss gefallen, habe ich genug geküsst und umarmt?
Habe ich im Regen getanzt, bin ich oft genug in Pfützen gesprungen, habe ich gesagt: ich liebe dich?
Ganz einsam sitzt sie da
beobachtet die Welt
die lächelt die Leute an
doch wenn keiner guckt
zieht ein Schatten über ihr Gesicht
ein Ärmel ist ihr hochgerutscht
rote Striche ziehen Blicke an
erstaunt, mitleidig, entsetzt
sie versuchen es zu verbergen
wenden sich schnell ab
und fragen sich ganz leise
was passiert ist,
dass aus dieser jungen Frau
ein kleines Narbenkind wurde.
Die Welt gleitet dahin.
Bäume ziehen vorbei, Häuser und Bauten.
Von Fern erklingt das Rattern des Zuges.
Ein Zug ins Nirgendwo.
Gefüllt mit gesichtslosen Wesen.
Sie starren geradeaus, die Hinterköpfe der Mitfahrenden an.
Hier und dort verstummen die Geräusche und Organmassen erheben sich, verlassen den Zug.
Gehen ins Nichts.
Verlassen die Fahrt ins Nirgendwo.
Bewegen sich mechanisch, ihr Körper ist voll funktionsfähig.
Es gibt kein Ziel.
Alles fließt, der Zug fährt und hält an.
Die gesichtslosen Köpfe starren.
Sie wissen nichts von einander.
Gemeinsam fahren sie ins Nirgendwo.
kaputte Seele
in zerstörtem Leib
wieso sind da Ärmel,
die die wahrheit verbergen?
wieso ist da ein Lächeln,
das eine Lüge verbreitet?
wieso ist da eine normale, junge Frau –
wenn doch in ihrem Kopf Dämonen toben.
die Seele schreit und ruft und fleht
bittet lautlos um Hilfe
erfolglos
und wieder zeichnen Narben
den scheinbar normalen Körper
verdeckt unter Stoff
die Arme voller Wunden
da war ein kleiner Funken Hoffnung
ein kleines Licht mit hellem Schein
eine Kerze in der dunklen Nacht
doch alles hoffen ist vergebens
das labyrinth bleibt finster
und verschlossen ist der Ausgang.
der dunkle wald
allein
verloren eilt sie umher
sucht den ausweg
aus der Finsternis
äste knacken
tiere rascheln im gebüsch
nimmt sie von ferne wahr
es ist nicht wirklich
und in der nacht
verliert sie sich
in tiefer einsamkeit
Ihre Arme bunt gescheckt
Rot, grün, gelb und blaue Flecken
Jeder sieht bei ihrem Recken
Den Leib, von Narben bedeckt.
Erschrocken heben sich die Augen
Um in ihr Gesicht zu gucken
Bemerken so ihr rasches Ducken
Und wollen doch das Lachen glauben.
Die Treppe wirds gewesen sein
Oder eine ihrer Türen
man wagt es nicht, sie zu berühren
Und weicht zurück vor ihrer Pein.
Nein ich wurde nicht geschlagen
Ich habe keinen Grund zu klagen.
27.2.2008